Martin Schmitz Verlag

Die Tödliche Doris - Kino

Als Vorführkopien liegen die Filme in drei Teilen á 80 Minuten im Beta SP und DVD Format vor. Wenn Sie Filme für eine Vorführung ausleihen möchten, nehmen Sie bitte mit uns als Verleiher Kontakt auf. Mehr Informationen unter Presse. Für Sammlungen existiert eine Auflage von 7 Exemplaren, den Preis erfahren sie auf Anfrage. Filme der Tödlichen Doris befinden sich bereits in den öffentlichen Sammlungen der Stiftung Moritzburg/Halle, im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin, in der Sammlung der Design-Universität von Kobe, Japan, und der Videosammlung der Hamburger Kunsthalle.

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Das filmische Gesamtwerk (1980 - 1987) Teil I - III

Teil I

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

Der kürzeste ist auch der letzte Film von Die Tödliche Doris. Ein sogenannter Szenentrenner, ein Film bestehend aus 44 Einzelbildern. In ihm finden sich zwei Bewegungen: Die fortlaufende Bewegung des Films und die des gebrochenen Motivs, einem Kaleidoskopbild. "Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende" war auch Titel des Beitrags von Die Tödliche Doris als Teilnehmer der documenta 8 in Kassel im Jahr 1987. Die 44 Filmbilder wurden schließlich zur großformatigen Gemälden, die sich im Katalog als Abbildung zum Daumenkino verwandelten.

Wolfgang Müller
Sabine - aus meinem Tagebuch
Berlin 1981
Buch: Tagebuch der Sabine Schmidt
Darsteller: Sabine Schmidt, Nikolaus Utermöhlen
Sprecherin: Sabine Schmidt

Sabine ist Punk. Doch das war nicht immer so. Bevor sie Punkerin wurde, trug sie nämlich am liebsten lange Kleider mit bunten Blumenstickereien und schrieb romantische Verse in ihr Tagebuch. Für diesen Film stellte ihr altes Tagebuch als Drehbuch zur Verfügung. Sie holte das alte lange Kleid noch mal aus der Truhe und zog es an. Nur ihre grüngefärbten Haare zeigen, dass sie mittlerweile eigentlich schon ganz woanders lebt.

Die Tödliche Doris
Niemand sieht die Blindschleiche
Berlin 1981

Ein Textfilm. Sätze aus dem Stück "Sie werden nicht beobachtet" von der 1981 erschienenen ersten LP der Gruppe. Gedanken über das Sehen und Gesehenwerden.

Nikolaus Utermöhlen, Wolfgang Müller
Berliner Küchenmusik
Berlin 1982
Darsteller: Eva Maria Haseneder, Hannes Hauser, Andrea Hauser, Götz Hoffmann, Nikolaus Utermöhlen, Wolfgang Müller

In der neuen Berliner Wohnung von Eva Maria Haseneder, befand sich eine vom Vormieter aufwändig gestaltete naturholzvertäfelte Küche und entsprechendes rustikales Mobiliar. Die Küche erinnerte eher an ein Gasthaus in den höheren Lagen der Alpen, als an eine Küche im Berliner Altbau. Doch bevor Eva Maria Haseneder das Holz und die Möbel auf den Sperrmüll brachte, sollte hier noch zur Erinnerung und Dokumentation ein Musikfilm von Die Tödliche Doris gedreht werden: Die Berliner Küchenmusik. Eva Maria Haseneder putzt die Küche. Sie erwartet Gäste. Es klopft. Herein treten fünf Personen, die durch über den Kopf gestülpte Papiertüten nicht zu identifizieren sind und sich, da ohne Sicht, etwas hilflos bewegen. Eva Maria Haseneder plaziert sie und begrüsst sie mit einem Schnaps. Als sie den Kassettenrekorder anstellt, erklingt "Die Schuld-Struktur" von Die Tödliche Doris. Alle sind fröhlich und schunkeln.

Wolfgang Müller
Blumen am Grab des Vaters (1. Abwurf)
Berlin 1983
Musik: Die Tödliche Doris

Ein nächtlicher Besuch am Grab des Vaters. Dazu erklingt: "fliegt schnell - laut summend"

Die Tödliche Doris
Städtefilm Westberlin
Ort 1983
Kamera: René Block

Veranstalter, die die Tödliche Doris einluden, wurden von der Gruppe gebeten, jeweils einen sechs Minuten Film über die Stadt, in der der Auftritt stattfinden sollte, auf Super-8 zu drehen. Drehbuch: ein möglichst gewöhnlicher örtlicher Stadtführer. Für die meisten Angesprochenen war die gestellte Aufgabe gleichzeitig ihr Debüt als Filmer. So auch für den Veranstalter und Galeristen René Block, der die Gruppe ins Berliner Programm von Harald Szeemanns Ausstellung "Der Hang zum Gesamtkunstwerk" eingeladen hatte. Sein Westberlin-Film zeigt die bekannten Sehenswürdigkeiten einer Stadthälfte inklusive der Mauer und einige typische Anfängerfehler beim Filmen mit Super 8 mit - wie bei allen Resultaten der Städtefilme - durchaus persönlicher Note. Die Reihe "Städtefilme" entstand von 1982 bis 1984 und umfasste schließlich achtzehn Filme aus sechzehn Städten und je einen aus West- und Ostberlin. Die einzelnen Filme wurden seinerzeit nur jeweils einmal in der Stadt gezeigt, in der sie gedreht worden waren und zwar in einer live kommentierten Fassung zu Beginn des Konzertes.

Wolfgang Müller
John Heys singt
Berlin 1984
Darsteller: John Heys, Jochem Matei

Der amerikanische Performer und Sänger John Heys reiste in den frühen 80ern oft mit Nan Goldin von New York nach Berlin. Er wohnte in der plüschigen Pension Florian in einer Seitenstraße des Kurfürstendamms. Der Wirt der Pension liebte das Klavierspiel und animierte seine Gäste dazu zu singen. Hier begleitet er John Heys im Salon des Hauses.

Die Tödliche Doris
Eine Frau zur selben Zeit an einem anderen Ort
New York City 1987
Darsteller: Melanie
Musik: Die Tödliche Doris

Doris spaziert um einen Straßenzug in New York City. Schließlich richten sich ihre Augen auf eine posierende Frau mit gelbem Kleid - ein Kleid des Typus, das die Tödliche Doris Mitglieder bei ihrem Show "Noch 14 Vorstellungen" trugen. Ursprünglich als Film zur LP "sechs" geplant.

Wolfgang Müller
Tanz im Quadrat
Berlin 1984
Darsteller: Reinhard Wilhelmi, Valerie Caris Ruhnke
Musik: Die Tödliche Doris

Die Erotiktänzerin Valerie Caris Ruhnke tanzt mit Reinhard Wilhelmi in der Wohnung von Wolfgang Müller auf der Holzleiter zum Stück "Tanz im Quadrat" von Die Tödliche Doris.

Wolfgang Müller, Nikolaus Utermöhlen
Material für die Nachkriegszeit (dramatisierte u. gekürzte Fassung)
Berlin 1979/80

Rekonstruierte Fotoportraits unbekannter Menschen, die - oft zerissen und zerknüllt - neben Fotomatonautomaten in U-Bahnhöfen gefunden wurden, werden in den ursprünglichen Bewegungsablauf zurückgeführt. Nach dem Entwickeln des Filmes tauchte vor jedem abgefilmten Passfoto ein ungeplanter und unerklärlicher Lichtflash auf. Der Film wurde aber nicht weggeworfen, sondern zur "dramatisierten Fassung" erklärt.

Die Tödliche Doris
Open-Air Helgoland '83
Helgoland 23.7.1983
Darsteller: Käthe Kruse, Wolfgang Müller, Tabea Blumenschein, Nikolaus Utermöhlen und 23 Mitreisende
Kamera: Ades Zabel
Ton: Blixa Bargeld
Musik: Die Tödliche Doris

Das erste Open-Air-Konzert der Tödlichen Doris. Ziel ist ein Fels in der Nordsee, der wie kein anderer mit deutscher Geschichte, Symbolen und Klischees befrachtet ist. Organisiert im Rahmen einer sogenannten "Butterfahrt" setzt das Schiff "Funny Girl" Die Tödliche Doris und die Mitreisenden nach Helgoland über. Im Hochland der Insel musizieren Käthe Kruse, Wolfgang Müller, Tabea Blumenschein und Nikolaus Utermöhlen vor den umherlaufenden Touristen, einigen zufällig anwesenden Insulanern und den 23 Mitreisenden.

Die Tödliche Doris
Das Leben des Sid Vicious
Berlin 1981
Buch: Max Müller/Nikolaus Utermöhlen
Darsteller: Oskar Dimitroff, Angie
Vertonung/Synchronisation: Wolfgang Müller
Musik: Sid Vicious, Die Tödliche Doris

"No more heroes anymore", skandierten The Stranglers in der Punkzeit. Und Sid Vicious von den Sex Pistols schien tatsächlich der letzte der zu früh gestorbenen Popheroes zu werden. Dass ein Mythos entstehen würde, war bereits bei seinem Tod klar. Wenige Tage nach seinem Tod durch eine Überdosis Heroin verfilmte Die Tödliche Doris seine Biographie. Nach einer Idee von Max Müller mit dem 3-jährigen Oskar als Sid und der 7-jährigen Angie als Nancy. Oskar war Sohn der damaligen Tödliche Doris Schlagzeugerin Dagmar Dimitroff. Die Todesschreie der 7-jährigen Angie, die Sids Freundin spielt, stammen wie die Vertonung von Wolfgang Müller und kamen ursprünglich aus seinem Mund.

Käthe Kruse
Zoom
Berlin 1985

Zoom auf Vollmond. Wolken ziehen vorbei. Käthe Kruse untersucht den Einfluss des Mondes auf unser Leben.

Wolfgang Müller
Andrew Unruh macht Musik
Berlin 1984
Musik: Andrew Unruh

Aus Schrott und Metallresten entwickelte Andrew Unruh das Instrumentarium der Band Einstürzende Neubauten.
Hier rasiert sich der Geräuschbastler sich zu einer Eigenkomposition.

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

Teil II

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

Text siehe Teil I

Die Tödliche Doris
Wasserballett
Berlin 1984
Darsteller: Die Tödliche Doris
Ton/Musik: O-Ton Hallenbad

Die Tödliche Doris tanzt ein Wasserballet in einem öffentlichen Schwimmbad (Baerwaldbad, Berlin-Kreuzberg). In eigens angefertigten roten Schwimmanzügen und Badekappen mit einer Sondererlaubnis des Bademeisters. Der Körper als Ornament und Dekoration.

Wolfgang Müller
Alice und das Meer
Berlin 1982-1983
Darsteller: Tabea Blumenschein, Pauline Diederichsweiler, Peter Gente, Jörg Gielsok, Ogar Grafe , Hannes Hauser, Käthe Kruse, Heidi Paris, Cord Riechelmann und Reinhard Wilhelmi
Nach dem gleichnamigen Märchen von Reinhard Wilhelmi
Sprecher: D. Holland-Moritz
Musik: Die Tödliche Doris/Bernhard Steudel

Ein Märchen- und Kostümfilm. Die rotangemalte nackte Alice tötet den Kleinen Fuchs, einen Schmetterling. Die Blumen weinen so herzzerreißend um ihren bunten Freund, dass sie sich die Trommelfelle zersticht und fortgeht. Am Ufer eines unbekannten Meeres findet sie eine Muschel mit geheimnisvoller Kraft. Mit dieser schwimmt sie durch das Meer und erreicht nach langen Wochen das Land der Pflanzen. Dort, im Dschungel entdeckt sie eine blutrote Seerose mit magischer Kraft...

Wolfgang Müller
Edith Müller putzt ein Fenster
Berlin 1983
Musik: Die Tödliche Doris

Im Haus der Müllers wird gern musiziert. Der Sohn Max Müller singt bei der Band "Mutter", sein Bruder Wolfgang Müller bei "Die Tödliche Doris". Und Mutter Edith singt im Gemischten Chor Reislingen e.V. Hin- und wieder werden von Edith Müller die Fenster geputzt und dabei erklingt Musik. Hier entwickeln Edith und Wolfgang Müller gemeinsam eine zweistimmige Version des Stückes "Über-Mutti" von Die Tödliche Doris.

Wolfgang Müller, Nikolaus Utermöhlen
Der Fotomatonreparateur
Berlin 1983

Mehrere, neben diversen Fotomatonautomaten gefundene Passbildstreifen zeigen einen Mann vor unterschiedlichen Hintergründen. Es handelt sich offensichtlich um weggeworfene Probe- und Testaufnahmen des für die Reparatur der Automaten verantwortlichen Mechanikers.

Wolfgang Müller
Blumen am Grab des Vaters (2. Abwurf)
Berlin 1983
Musik: Die Tödliche Doris

Ein nächtlicher Besuch am Grab des Vaters. Dazu erklingt: "Robert"

Die Tödliche Doris
Städtefilm New York
Ort 1987
Kamera: Peggy Ahwesh

Veranstalter, die die Tödliche Doris einluden, wurden von der Gruppe gebeten, jeweils einen sechs Minuten Film über die Stadt, in der der Auftritt stattfinden sollte, auf Super-8 zu drehen. Drehbuch: ein möglichst gewöhnlicher lokaler Stadtführer. Für die meisten Angesprochenen war die gestellte Aufgabe gleichzeitig ihr Debüt als Filmemacher.
Den New York Film hat die Angestellte Peggy Ahwesh vom Veranstaltungsort "The Kitchen" gedreht.
Die Reihe "Städtefilme" entstand von 1982 bis 1984 und umfasste schließlich achtzehn Filme aus sechzehn Städten und je einen aus West- und Ostberlin. Die einzelnen Filme wurden seinerzeit nur jeweils einmal in der Stadt gezeigt, in der sie gedreht worden sind und zwar in einer live kommentierten Fassung zu Beginn des Konzertes von Die Tödliche Doris.

Die Tödliche Doris
Zwei Witwen
Berlin 1984
Darsteller: 2 Miniphonabspielgeräte
Musik: Die Tödliche Doris

Das Plattenprojekt "Chöre und Soli" bestand aus je einem grünen Karton mit 8 kleinen Miniphonschallplatten (Spiellänge pro Seite je 20 Sekunden) und einem batteriebetriebenen Abspielgerät. Diese Geräte wurden seinerzeit in Sprechpuppen eingebaut. Zwei fleischfarbene Abspielgeräte in der Rolle zweier Witwen spielen Stücke von "Chöre & Soli": "Wir sind zwei Witwen und wohnen im selben Haus und haben unseren Mann beide am 20. Mai 1975 verloren. Wir weinen immer noch. Hoch in das Licht!"

Die Tödliche Doris
Porno
Berlin 1982

Ein Hard-Core-Porno von Die Tödliche Doris, die Fortsetzung von der Rückseite der ersten LP, die von der Bundeszentrale für jugendgefährdende Schriften wegen der gewalttätigen Sexualsprache indiziert wurde.

Die Tödliche Doris
Energiebeutel und Zeitblase
Berlin 1981
Buch: Dagmar Dimitroff/Nikolaus Utermöhlen
Animation: Nikolaus Utermöhlen
Darsteller: Sabine Böing, S.E.W. (Schwules Ensemble Westberlin)
Sprecher: Hannes Hauser
Musik: Die Tödliche Doris

Ein Lehrfilm, der die Theorie der damaligen Tödliche Doris Schlagzeugerin Dagmar Dimitroff" über die wechselseitige Beziehung zwischen Zeitblase und Energiebeutel veranschaulicht. Der mit österreichischem Akzent getränkte Text stammt aus "Geniale Dilletanten" und wird von Psychologe Hannes Hauser vorgetragen.

Die Tödliche Doris
Die unsichtbare LP Nr.5 materialisiert als Super-8-Film
Südostfinnland 1985
Darsteller: Nikolaus Utermöhlen, Käthe Kruse, Wolfgang Müller
Musik: Die Tödliche Doris

Die Kamera dreht sich einmal horizontal über die finnische Landschaft und streift dabei die in ihr stehenden Mitglieder der Tödlichen Doris: Käthe Kruse, Nikolaus Utermöhlen und Wolfgang Müller.

Die Tödliche Doris
Tapete
Berlin 1983
Musik: Die Tödliche Doris

In langsamen Bewegungen und Schwenks fährt die Kamera diverse Tapeten eines zeitgenössischen Musterkataloges ab. Die Maske vor der Kamera macht aus dem Film einen Breitleinwandfilm. Der Film "Tapete" wurde speziell für die Breitleinwand des Delphi-Kinos in Berlin konzipiert. Dort fand die Uraufführung des Filmes im Rahmen der Ausstellung "Der Hang zum Gesamtkunstwerk" von Harald Szeemann in "Die lange Nacht des Gesamtkunstwerks" statt.

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

Teil III

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

Wolfgang Müller
Das Graupelbeerhuhn
Transitstrecke Helmstedt-Berlin 1981/82
Darsteller: Tabea Blumenschein, Nikolaus Utermöhlen, Wolfgang Müller,
Gudrun Keil, Oliver Körner von Gustorf,
Sprecher: Wolfgang Müller
Musik: Die Tödliche Doris

Die Standardsätze der jungen westdeutsche Ökobewegung verschmelzen im Sprecher mit der betulichen Moderation der Tiersendungen Bernhard Grzimeks. Der Sprecher kann diese Verbindung kaum ertragen. Er versucht sachlich über das vom Aussterben bedrohte Graupelbeerhuhn zu berichten, wird aber immer wieder von krampfartigen Lachanfällen geschüttelt.
Eine lange Fahrt über die Transitstrecke von Westdeutschland nach Westberlin zur letzten Population eines seltenen Vogels auf dem Gleisdreieck. Das Gleisdreieck ist das seit Kriegsende von der Natur überwachsene Gelände des ehemaligen Hauptbahnhofs von Berlin, des Anhalter Bahnhof. Zwischen den stillgelegten und von Birken überwachsenen Gleisanlagen finden die Forscher erste Spuren ...

Die Tödliche Doris
Städtefilm München
München 1983
Kamera: Doris Kuhn
Sprecher: Wolfgang Müller

Veranstalter, die die Tödliche Doris einluden, wurden von der Gruppe gebeten, jeweils einen sechs Minuten Film über die Stadt, in der der Auftritt stattfinden sollte, auf Super-8 zu drehen. Drehbuch: ein möglichst gewöhnlicher örtlicher Stadtführer. Für die meisten Angesprochenen war die gestellte Aufgabe gleichzeitig ihr Debüt als Filmer.
Die Reihe "Städtefilme" entstand von 1982 bis 1984 und umfasste schließlich achtzehn Filme aus sechzehn Städten und je einen aus West- und Ostberlin. Die einzelnen Filme wurden seinerzeit nur jeweils einmal in der Stadt gezeigt, in der sie gedreht worden waren und zwar in einer live kommentierten Fassung zu Beginn des Konzertes.
Der Städtefilm München wurde von Doris Kuhn gedreht, die möglicherweise vergaß, den Verschluss von der Kamera abzunehmen. Trotzdem konnte der völlig überbelichtete Film gerettet und aufgeführt werden. Aufgrund der Tonqualität ist dieser jedoch mit Untertiteln versehen.

Die Tödliche Doris
LIVE
Hamburg 1983

Kurzer seltener Mitschnitt eines Livekonzertes von Die Tödliche Doris im Hamburger Metropolis-Kino. Zu hören ist das Stück "Kavaliere".

Wolfgang Müller
fliegt schnell - laut summend
Berlin 1981
Darsteller/Texte/Sprecher: Reinhard Wilhelmi
Musik: Die Tödliche Doris

Ein kleinwüchsiger Mann im langen Mantel durcheilt die winterliche Stadt. Im Off erklingen seine Gedanken, modelliert in bizarr-romantischen Gedichten. Schließlich kommt er in einem Wäldchen an, entpuppt sich in der verschneiten Landschaft, wird groß und tanzt nackt und gestenreich im Schnee. Doch die Befreiung währt nur kurz und er schlüpft wieder in seine alte Hülle zurück. Er kehrt im selben Körper heim, in dem er gekommen war.

Wolfgang Müller
Blumen am Grab des Vaters (3. Abwurf)
Berlin 1983
Musik: Die Tödliche Doris

Ein nächtlicher Besuch am Grab des Vaters.
Dazu erklingt: "Wie still es im Wald ist"

Käthe Kruse
Mädchenherzen
Berlin 1984
Musik: Die Tödliche Doris

Ein Animationsfilm. Ein Mädchen im weißen Kleid findet einen Baum voller duftender Mädchenherzen. Sie fliegen eilends davon. Ihr Hund schafft es, ein Herz zu apportieren. Käthe Kruse singt dazu aus voller Kehle und vollem Herzen den Titelsong.

Wolfgang Müller
Kellertanz
Berlin 1984
Darsteller: Chris Dreier

Bevor sich Chris Dreier endgültig der Hummerfischerei in Schottland zuwandte, gastierte sie für einige Monate bei der gerade gegründeten Tödlichen Doris als Schlagzeugerin. Hier führt sie einen ritualisierten Tanz mit selbstgefertigtem Klangkostüm im Keller eines leerstehenden Ladens in der Kreuzberger Oranienstraße auf.

Wolfgang Müller/Nikolaus Utermöhlen
Material für die Nachkriegszeit
Berlin 1979-1980

Fotoportraits unbekannter Menschen, die von diesen zerrissen, zerknüllt und weggeworfen neben den Fotomatonautomaten und Abfallkörben gefunden wurden, werden in den ursprünglichen Bewegungsablauf zurückgeführt. Die Fotomatonautomaten, die sich in den U-Bahnhöfen befanden, produzierten meist vier unterschiedliche Passfotos. Die Originalfotos befinden sich als Gemeinschaftswerk von Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen seit 1982 in der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg.

Die Tödliche Doris
Die Gesamtheit allen Lebens und alles Darüberhinausgehende
Berlin 1987

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